Artikel: Dr. Lars Schernikau „Asia´s changing landscape“, World Coal Oktober 2011
Neuerscheinung: Dr. Lars Schernikau „Economics of the International Coal Trade. The Renaissance of Steam Coal“, Springer Verlag
Energie bildet die Grundlage unserer hochentwickelten Gesellschaft. Durch ihre Verfügbarkeit sind das moderne öffentliche Leben, wissenschaftliche Tätigkeit und industrielle Entwicklung erst möglich.
Leben ohne Energie ist nicht denkbar. Obwohl sie selbst unsichtbar ist und ihre Verfügbarkeit als selbstverständlich wahrgenommen wird, muss ihre Produktion und Lieferung sorgfältig geplant und mit großem organisatorischen Aufwand gesichert werden.
Woher kommt Energie?
Der weltweite Primärenergiemix¹ besteht hauptsächlich aus Öl, Kohle, Gas, Kernenergie und erneuerbaren Energien.
Weltweiter Primärenergiemix (2009 in %)

Quelle: Verein der Kohlenimporteure 2010
Öl ist mit einem Primärenergieanteil von 34% wegen seiner Flexibilität immer noch die wichtigste Primärenergiequelle, dabei aber auch die teuerste. Die mit der Ölversorgung verbundenen politischen Risiken und der bis 2020 zu erwartende Oil Peak² machen die begrenzten Kapazitäten des Öls als Primärenergiequelle sehr deutlich. Öl ist besonders wichtig für die Herstellung von Kraftstoffen und somit für den Luft-, See- und Fahrzeugverkehr. Aber mit einem nur 4-prozentigen Stromerzeugungsanteil ist Öl weniger wichtig für die Elektrizitätswirtschaft.
Die Bedeutung von Erdgas ist mit einem 23-prozentigen Primärenergieantei so hoch, weil es einen zuverlässigen und relativ sauberen Brennstoff für die Elektrizitätserzeugung darstellt. Jedoch ist auch Gas von politischen Umständen stark beeinflusst. Der Transport verlangt langfristige und kostspielige Investitionen. Das alles spiegelt sich im hohen Preis dieses Brennstoffs wider.
Kohle erlebt aktuell seine erneute Renaissance. Obwohl Kohle von vielen als Zeichen der Rückständigkeit betrachtet wird, deckt dieser Rohstoff heute fast ein Drittel des globalen Primärenergieverbrauchs und über 40 % des weltweiten Elektrizitätsverbrauchs. Kohle ist günstig, verfügbar und durch die Verteilung der Kohlevorkommen in der ganzen Welt frei von politischem Druck. Anwendung von neuen Technologien steigert die Effizienz von Kohlekraftwerken und macht die Verbrennung umweltverträglicher.
Kernenergie leistet mit ca. 6 % des Primärenergieverbrauchs einen wesentlichen Beitrag zur Energiebilanz. Die Atomenergie ist zwar sauber und relativ effizient, bringt aber eine Reihe von Risiken mit sich. Dabei kann es sich um eine Havarie mit radioaktiver Kontaminierung, das allgemeine Verstrahlungsrisiko, die ungelöste Endlagerung und die Gefahr von Terroranschlägen handeln.
Erneuerbare Energien tragen immer mehr zum Energiemix bei und sind eine sinnvolle Ergänzung zu fossilen Energieträgern. Um sich jedoch im großen Ausmaß auf erneuerbare Energien stützen zu können, braucht es einen technologischen Umbruch. Zurzeit kann grüne Energie leider noch nicht als zuverlässiger Energieträger betrachtet werden. Selbst das Wachstum des weltweiten Energiebedarfs kann heute noch nicht zu 100 % durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Wir hoffen, dass sich dieses Bild wandeln wird.
Weltweiter Energiemix 1850 – 2100

Quelle: World Coal Institute, www.wci-coal.org
Energie ist notwendig für unsere tagtägliche Existenz. Ihre Verfügbarkeit zu angemessenen Preisen muss gesichert werden. Da der Großteil der Energieressourcen endlich ist, ist sparsamer und effizienter Umgang notwendig. Gleichzeitig muss eine möglichst umweltfreundliche Energiegewinnung angestrebt werden. Deswegen braucht man mehr Forschung, um technologischen Fortschritt zu fördern und unseren Energiemix zuverlässig und nachhaltig gestalten zu können.
Primärenergie¹ ist Energie, die in ihrer ursprünglichen Form als Input in das Energiesystem eingeht, wie Gas, Kohle, Sonnenenergie oder Erdöl. Die Sekundärenergie hingegen wurde für die Konsumentennutzung umgewandelt. Beispiele hierfür sind Elektrizität oder raffinierte Kraftstoffe.
Oil Peak² ist eine Theorie, die das Ende der Ölära prognostiziert. Die Ölförderung soll aufgrund endlicher Ressourcen ihr Maximum erreichen und dann bei steigendem Konsumbedarf absinken.